endlich

2010 / Objekt aus Pappmaché

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Der Begriff der immerwährenden Jugendlichkeit wird heute in Medien und Werbung tagtäglich als Idealzustand angepriesen. Er steht als Vision für eine ewig jung bleibende Gesellschaft, für Jugendkult und Schönheit und widerspiegelt so ein aktuell brisantes Thema jüngerer Generationen, die nicht richtig erwachsen werden wollen.
Inspiriert durch einen kurzen Ausschnitt eines Theaterdialogs mit dem Untertitel Hölle. Vor der Leiche eines Superhelden. (Aus „Geld und Gott“, von Mass & Fieber. 2010. Züritipp. Tages Anzeiger vom 30.9.10), ist eine Installation entstanden, die nicht als laute, durch Aaargh’s und Aua!’s begleitete Gewaltszene aus der Comicswelt daherkommt, wo ein unbeschadetes Auf(er)stehen möglich wäre, sondern als realisierbarer Zustand der Wirklichkeit im realen Alltag jedes Einzelnen.

Durch die schnell identifizierbare Figur des Micky Maus, wird dem Betrachter ein unmittelbarer Zugang zur neu dargestellten Realität des aufgebahrten Helden möglich und steht so als Metapher für den Bruch mit Illusionen.
Micky Maus symbolisiert nicht die Jugend an und für sich. Viel mehr steht er als Sinnbild für etwas Unsterbliches, nicht alterndes, das, fern der Realität, Wunschbilder vorlebt. Der Tod einer Comicsfigur macht Unmögliches möglich, lässt Wahrheiten zu, und bricht dadurch Tabus von Alltagshelden, die der schnellen, vermeintlich perfekten Welt zu entsprechen versuchen.

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Schaufensterausstellung im Comicsladen Analph

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endlich

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